10. VhU-Bildungsforum

Wie können individuelle Lernerfolge sichtbar und Freude am lebenslangen Lernen gefördert werden? Das 10. VhU-Bildungsforum stellte das Lerncoaching-Konzept des schweizerischen Instituts Beatenberg vor

14.04.2008 3 Min. Lesezeit

Wie können Schulen die Fähigkeiten jedes einzelnen jungen Menschen bestmöglich fördern und Freude am lebenslangen Lernen vermitteln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 10. VhU-Bildungsforum „Selbstständige Schule 2015“ am 14. April 2008 in Frankfurt am Main.

Andreas Müller, Leiter des schweizerischen Instituts Beatenberg und des Instituts für LernCoaching und Lernkultur (ILCL), stellte unter dem Titel „Freude am Lernen, ein Leben lang“ das pädagogische Konzept der Modellschule vor. Das Institut Beatenberg hat mit seinem Ansatz bereits zahlreichen Schulen in Europa Anregungen für eine stärker individualisierte Lernkultur gegeben.

Im Mittelpunkt des Bildungsforums stand die individuelle Förderung. Angesichts der demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an qualifiziertem Nachwuchs müsse es gelingen, jeden einzelnen jungen Menschen bestmöglich zu qualifizieren.

Internationale Schulvergleichsstudien wie PISA zeigen, dass individuelles Lernen besonders in solchen Ländern erfolgreich umgesetzt wird, die ihren Schulen ein hohes Maß an Selbstständigkeit einräumen. Größere schulische Eigenverantwortung schafft Freiräume, um Lernangebote an unterschiedlichen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Entwicklungsständen auszurichten.

Das 10. VhU-Bildungsforum eröffnete damit den Themenschwerpunkt „Individuelle Förderung“, der die Veranstaltungsreihe „Selbstständige Schule 2015“ im Jahr 2008 begleitet.

Im Konzept des Instituts Beatenberg übernehmen Lehrkräfte die Rolle von Lerncoaches. Sie begleiten die Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung ihrer individuellen Lernprozesse und unterstützen sie dabei, eigene Ziele zu entwickeln, Verantwortung für das Lernen zu übernehmen und die erzielten Fortschritte wahrzunehmen.

Lernerfolge sollen für die Schülerinnen und Schüler unmittelbar erlebbar werden. Erfolg ist dabei mit Leistung und mit der Bereitschaft verbunden, Widerstände zu überwinden. Lernen wird nicht als bloße Aufnahme vorgegebener Inhalte verstanden, sondern als konstruktiver Umgang mit Herausforderungen.

Das pädagogische Ziel ist die Entwicklung von Selbstgestaltungskompetenz. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ihre Fähigkeiten einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen und ihren Lernweg zunehmend eigenständig zu gestalten.

Der vorgestellte Ansatz macht deutlich, dass individuelle Förderung mehr erfordert als unterschiedliche Aufgabenstellungen. Voraussetzung ist eine Lernkultur, die den einzelnen jungen Menschen in den Mittelpunkt stellt und zugleich eigenverantwortliches Arbeiten, Leistungsbereitschaft und die Freude am Lernen stärkt.

Schulische Selbstständigkeit schafft hierfür wichtige Handlungsspielräume. Schulen können eigene pädagogische Konzepte entwickeln und ihre Lernangebote gezielter an den Bedürfnissen ihrer Schülerinnen und Schüler ausrichten. Entscheidend ist, dass die größere Eigenverantwortung für eine nachweisbare Verbesserung der Lern- und Unterrichtsqualität genutzt wird.

An den Vortrag schlossen sich Fragen aus dem Publikum und eine Diskussion über die Übertragbarkeit des Konzepts auf die schulische Praxis an. Jörg Friedrich, Geschäftsführer der LAG SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, moderierte die Veranstaltung. Jörg E. Feuchthofen, Geschäftsführer Bildungs- und Gesellschaftspolitik der VhU, übernahm die Begrüßung und fasste zum Abschluss die zentralen Punkte zusammen.

Das Forum in Bildern:

Fotos: VhU

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