13. VhU-Bildungsforum

Arbeitgeber erneuern ihre Forderung nach einer Reform der Lehrerausbildung

09.03.2009 3 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. „Angehende Lehramtsstudentinnen und -studenten müssen fachlich versiert, motiviert, belastbar, sozial kompetent und kooperationsfähig sein. Darüber hinaus sollten sie Erfahrungen in der praktischen Arbeit mit Kindern mitbringen, z.B. aus dem Kindergarten oder der Jugendarbeit“, referierte Prof. Dr. Udo Rauin, Bildungsforscher an der Universität Frankfurt, anlässlich des 13. VhU-Bildungsforums „Selbstständige Schule 2015“.

Rauin machte deutlich, dass rund 25 Prozent der Studentinnen und Studenten schon bei Aufnahme des Studiums nicht für den Beruf des Lehrers geeignet seien. Folge sei, dass zu viele Lehrerinnen und Lehrer bereits von Beginn an im Beruf überfordert sind. Der aktuelle Lehrermangel verschärfe dieses Problem. Langfristig müsse man über eine „Eignungsfeststellung“ vor dem Studium nachdenken, wie dies u. a. auch die VhU fordere.

„Um mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu begeistern, müssen Arbeitsplatz und Studium attraktiver werden. Wir müssen die Interessen der Lehramtsstudenten ernst nehmen, um sie optimal auf ihren Beruf vorzubereiten“, sagte Rauin. Die Lehrerausbildung müsse daher in allen Fachbereichen der ausbildenden Universitäten gestärkt werden.

In seinem Schlusswort erneuerte der Geschäftsführer für Gesellschafts- und Bildungspolitik der VhU, Jörg E. Feuchthofen, seine Kritik an der Lehrerausbildung an den hessischen Universitäten. Kultusministerium, GEW und VhU seien sich einig, dass die Lehrerausbildung in Hessen unzureichend ist. Statt das Gegenteil zu behaupten, sollten die Universitäten die Kritik ernst nehmen.

„Die Universitäten verweisen mit Recht auf ihre Autonomie und die Freiheit von Forschung und Lehre. Die Lehrerausbildung ist aber ein Sonderfall. Die Universität bildet hier in staatlichem Auftrag aus. Damit hat der Staat als Geldgeber die Pflicht darauf zu drängen, dass die Qualität stimmt. Stimmt die Qualität nicht, muss das Konsequenzen haben, und zwar auch finanzielle“, forderte Feuchthofen.
Die VhU halte an ihrer Forderung nach einer „Pädagogischen Universität“ fest.

Das VhU-Bildungsforum wird seit 2004 regelmäßig veranstaltet und beleuchtet das Thema „Selbstständige Schule“ unter verschiedenen thematischen Blickwinkeln. Erfolgreiche Beispiele aus dem In- und Ausland werden vorgestellt und mit Experten und Expertinnen aus Politik, Institutionen und Verbänden diskutiert.


Zum Format: Das VhU-Bildungsforum wird seit über zwanzig Jahren von der VhU ausgerichtet. Es greift jeweils ein bildungspolitisches Thema auf, das in Form eines Fachvortrages fokussiert wird, auf den anschließend die thematisch zuständigen Sprecher/innen der Fraktionen aus dem Hessischen Landtag reagieren.

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