17. VhU-Bildungsforum

Wie können Bildungsqualität und Haushaltskonsolidierung miteinander verbunden werden? Das 17. VhU-Bildungsforum stellte eine IW-Expertise zur Bildungsfinanzierung in Hessen und zum zielgerichteten Einsatz der vorhandenen Mittel vor

20.09.2010 3 Min. Lesezeit

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte den Konsolidierungsdruck auf die öffentlichen Haushalte erhöht. Zugleich bestand über Parteigrenzen hinweg Einigkeit darüber, dass Bildung ein wichtiges Fundament für den künftigen Wohlstand bildet. Vor diesem Hintergrund widmete sich das 17. VhU-Bildungsforum am 20. September 2010 in Oberursel der Frage, wie Bildungsinvestitionen und Haushaltskonsolidierung miteinander verbunden werden können.

Die VhU hatte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln beauftragt, zentrale ökonomische Daten des hessischen Bildungssystems zusammenzutragen, zu analysieren und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Expertise stellte die Frage in den Mittelpunkt, wie die vorhandenen Mittel so eingesetzt werden können, dass sie den einzelnen Bildungsteilnehmenden möglichst unmittelbar zugutekommen.

Als Referent war Dr. Hans-Peter Klös, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, eingeladen. Begrüßung und Einführung übernahm Volker Fasbender, damaliger Hauptgeschäftsführer der VhU. Die Diskussion moderierte Jörg Friedrich, Geschäftsführer der LAG SCHULEWIRTSCHAFT Hessen. Das Schlusswort hielt Jörg E. Feuchthofen, Geschäftsführer Bildungs- und Gesellschaftspolitik der VhU.

Die Expertise empfahl, die Bildungsausgaben pro Bildungsteilnehmenden stärker als Steuerungsgröße zu nutzen. Die Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt seien aufgrund unterschiedlicher demografischer Entwicklungen nur eingeschränkt aussagekräftig. Zudem erschwerten statistische Lücken bei der Erfassung von Pensionslasten, Gebäudekosten und Verwaltungsausgaben eine verlässliche Bewertung der eingesetzten Mittel.

Ein weiteres Handlungsfeld war die sogenannte demografische Rendite. Die Expertise ging davon aus, dass rückläufige Schülerzahlen finanzielle Spielräume eröffnen könnten. Für Hessen wurde für das Jahr 2020 gegenüber 2007 ein Umschichtungspotenzial von knapp 700 Millionen Euro an allgemeinbildenden Schulen berechnet. Bei einer Reinvestition dieser Mittel könnten die Ausgaben pro Schüler nach der damaligen Modellrechnung von rund 5.300 Euro auf rund 6.600 Euro steigen, ohne dass reale Mehrausgaben im Bildungsbudget erforderlich wären.

Darüber hinaus nahm die Expertise mögliche Effizienzpotenziale in den Blick. Genannt wurden unter anderem transparentere Bildungsdaten, eine stärkere Personal- und Budgetverantwortung der einzelnen Schulen, Veränderungen bei der Lehrerarbeitszeit und der Schulverwaltung sowie Maßnahmen, die spätere Nachqualifizierungskosten vermeiden sollten. Zusätzliche Investitionen sollten nach der Expertise insbesondere in die frühkindliche Förderung und den Ausbau von Ganztagsschulen fließen.

Das 17. VhU-Bildungsforum bot Fachleuten aus Schule, Wirtschaft und Politik den Rahmen, die Ergebnisse der IW-Expertise und die daraus abgeleiteten Empfehlungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bildungsqualität auch unter den Bedingungen knapper öffentlicher Haushalte gesichert und verbessert werden kann.


Zum Format: Das VhU-Bildungsforum wird seit über zwanzig Jahren von der VhU ausgerichtet. Es greift jeweils ein bildungspolitisches Thema auf, das in Form eines Fachvortrages fokussiert wird, auf den anschließend die thematisch zuständigen Sprecher/innen der Fraktionen aus dem Hessischen Landtag reagieren.

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