Individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen und mehr Ganztagsangebote: Mit dem Bildungskonzept der SPD begann die vierteilige Diskussionsreihe der VhU zur hessischen Landtagswahl 2013. Im Mittelpunkt des 24. Bildungsforums stand der Anspruch, ein gerechtes und leistungsfähiges Bildungssystem vom einzelnen Kind aus zu gestalten.
24. VhU-Bildungsforum
Das 24. VhU-Bildungsforum am 18. März 2013 im Haus der Wirtschaft Hessen in Frankfurt widmete sich den schulpolitischen Konzepten der SPD. Mit dem Termin eröffnete die VhU ihre vierteilige Reihe „Konzepte und Rezepte zur Schulpolitik“ vor der hessischen Landtagswahl.
Unter dem Titel „Gute Bildung von Anfang an“ bündelte Heike Habermann, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, die Vorstellungen ihrer Partei im Konzept „Haus der Bildung“. Leitgedanke war ein Bildungssystem, das unterschiedliche Voraussetzungen der Kinder berücksichtigt, Benachteiligungen abbaut und zugleich hohe Ansprüche an das Lernen aller stellt.
Der Ansatz begann bereits vor dem Schuleintritt. Zu den Vorschlägen gehörten eine bessere Betreuung der unter Dreijährigen, eine engere Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen sowie die Aufwertung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Perspektivisch strebte die SPD eine gebührenfreie Vorschulbetreuung an.
Für die Schule setzte das Konzept auf mehr Zeit zum Lernen. Vorgesehen waren jährlich 100 zusätzliche Ganztagsgrundschulen, längeres gemeinsames Lernen und eine individuelle Förderung ohne Sitzenbleiben oder Abschulung. Eine sechsjährige Mittelstufe in allen Schulformen und das Modell einer modularisierten Oberstufe mit einer Verweildauer von zwei bis vier Jahren sollten unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten berücksichtigen.
Weitere Schwerpunkte waren die Inklusion und die Stärkung der selbstständigen Schule. Landes- und Schulträgerbudgets sollten zusammengeführt und Entscheidungen über pädagogische Schwerpunkte und den Einsatz der Mittel stärker auf die Schulebene verlagert werden. Das Konzept verband diese Freiräume mit dem Anspruch, selbstständige Schulen demokratisch zu organisieren.
In der beruflichen Bildung setzte Habermanns Konzept auf den Vorrang der dualen Ausbildung, eine Reform des Übergangssystems und die Nachqualifizierung junger Menschen ohne Berufsabschluss. Damit reichte der Ansatz von der frühkindlichen Bildung über die Schulentwicklung bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf.
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Fotos: VhU
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