Schulfrieden, verlässliche Rahmenbedingungen und mehr individuelle Förderung: Das 26. VhU-Bildungsforum befasste sich mit den schulpolitischen Konzepten von Bündnis 90/Die Grünen. Die Vorschläge reichten von Ganztagsangeboten und pädagogischen Freiräumen bis zu einem verlässlicheren Übergang in die Berufsausbildung.
26. VhU-Bildungsforum
Die schulpolitischen Konzepte von Bündnis 90/Die Grünen standen im Mittelpunkt des 26. VhU-Bildungsforums am 17. Juni 2013 im Haus der Wirtschaft Hessen in Frankfurt. Die Veranstaltung war der dritte Termin der Reihe „Konzepte und Rezepte zur Schulpolitik“ vor der hessischen Landtagswahl.
Das Konzept von Mathias Wagner, bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Hessischen Landtag, stand unter dem Leitgedanken „Verlässlichkeit und Perspektiven: Für einen Schulfrieden in Hessen“. Seine Leitlinien lauteten „Schulfrieden statt Schulkampf“, „Ermöglichen statt verordnen“ und „Evolution statt Revolution“. Bildungszugang und Förderung sollten unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sozialem Status sein.
Zu den Vorschlägen gehörten ein Bildungsdialog „Hessens Schulen 2024“ und ein regelmäßiger Kongress, bei dem Schulen voneinander lernen sollten. Kommunen sollten als Partner der Schulpolitik stärker einbezogen werden. Für den Schulalltag setzte das Konzept auf weniger Bürokratie, eine über mehrere Jahre verlässliche Lehrerversorgung von 105 Prozent und einen Ausbau der Lehrerzuweisung nach Sozialindex.
Einen Schwerpunkt bildeten die Grundschulen. Vorgesehen war eine Bildungs- und Betreuungsgarantie von 7.30 bis 17 Uhr. Daneben standen der Ausbau von Ganztagsangeboten, die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 sowie längeres gemeinsames Lernen im Modell der „Neuen Schule“. Inklusiver Unterricht und mehr pädagogische Freiheit für selbstständige Schulen ergänzten diesen Ansatz.
Auch der Übergang von der Schule in den Beruf nahm breiten Raum im Konzept ein. Eine frühzeitige, praxisnahe Lebens- und Arbeitsweltorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen sollte jungen Menschen den Weg in Ausbildung erleichtern. Hinzu kamen Vorschläge für eine kontinuierliche Begleitung und Beratung in Verantwortung der Landkreise und kreisfreien Städte sowie für betriebsnahe Ausbildungsangebote, die die duale Ausbildung ergänzen sollten.
Weitere Ansatzpunkte waren eine bedarfsgerechte Lehrerfortbildung und die engere Verzahnung der universitären Lehrerausbildung mit dem Vorbereitungsdienst. Das Konzept verband damit pädagogische Entwicklungsmöglichkeiten mit verlässlichen Ressourcen und einem stärkeren Unterstützungssystem für die Schulen.
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Fotos: VhU
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