9. VhU-Bildungsforum

Mehr Eigenverantwortung, eine neue Schulstruktur und intensive Sprachförderung: Beim 9. VhU-Bildungsforum stellte Detlef Fickermann die Hamburger Schulreform vor und diskutierte deren mögliche Impulse für Hessen

10.12.2007 2 Min. Lesezeit

Die Hamburger Schulreform und ihre möglichen Impulse für Hessen standen im Mittelpunkt des 9. VhU-Bildungsforums am 10. Dezember 2007. Detlef Fickermann von der Hamburger Behörde für Bildung und Sport erläuterte die geplanten Veränderungen. Dazu gehörten mehr Selbstständigkeit für Schulen, eine neue Berechnung der Lehrerarbeitszeit und intensive Sprachförderung vor der Einschulung.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die geplante Schulstruktur. Neben dem Gymnasium sollte die Stadtteilschule die übrigen Schulformen zusammenführen, alle Schulabschlüsse anbieten und nach 13 Schuljahren zum Abitur führen. Fickermann begründete die Reform damit, dass sich Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten in einem stark gegliederten System an einzelnen Schulformen konzentrierten. Eine stärkere Durchmischung könne die Lernmöglichkeiten verbessern und den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulleistung verringern.

Die bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der hessischen Landtagsfraktionen bewerteten das Modell unterschiedlich. Hans-Jürgen Irmer von der CDU lehnte eine Übertragung auf Hessen ab. Er sprach sich für den Erhalt des gegliederten Schulsystems aus und verwies auf die aus seiner Sicht besseren pädagogischen Möglichkeiten in leistungshomogeneren Gruppen sowie auf die Wahlmöglichkeiten der Eltern.

Mathias Wagner von Bündnis 90/Die Grünen sah Gemeinsamkeiten mit den Vorstellungen seiner Fraktion. Die Entscheidung über die Organisationsform sollten die Schulen jedoch in Abstimmung mit den Eltern treffen können. Dorothea Henzler von der FDP unterstützte größere Freiräume für Schulen, sah eine verbindliche Zweigliedrigkeit aber als Einschränkung dieser Freiheit. Heike Habermann von der SPD bezeichnete das Hamburger Modell als nachdenkenswert.

Die Diskussion verdeutlichte damit unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie größere schulische Eigenverantwortung und Veränderungen der Schulstruktur miteinander verbunden werden sollten. Während über zusätzliche Freiräume für Schulen Übereinstimmungen bestanden, blieb die Übertragbarkeit des Hamburger Modells auf Hessen umstritten.

Ansprech­partner

Jonas Fidler
Jonas Fidler

Bildungspolitik

069 95808-215

Julia Mungenast

Bildungspolitik

069 95808-212

Matthias Rust

SCHULEWIRTSCHAFT

069 95808-255