Stärken und Neigungen fördern, Berufswahl unterstützen

Die Frage der beruflichen Orientierung (BO) betrifft die Zukunft jeder Schülerin und jedes Schülers. Daher ist es notwendig, diesen Prozess rechtzeitig im Schulverlauf zu starten und systematisch zu begleiten.

Aktualisiert am: 03.05.2024 3 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Berufsorientierung ermöglichen und strukturell organisieren

Die Frage der beruflichen Orientierung (BO) betrifft die Zukunft jeder Schülerin und jedes Schülers. Daher ist es notwendig, diesen Prozess rechtzeitig im Schulverlauf zu starten und systematisch zu begleiten.

Das Land Hessen hat zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf die übergreifende Strategie OloV etabliert. Zudem ist BO in Hessen strukturell verankert und als schulische Pflichtaufgabe normiert. Beginnend in der Jahrgangsstufe sieben wird sie durch ein Kompetenzfeststellungsverfahren begleitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten ressourcenorientiertes Feedback zu personalen wie sozialen Kompetenzen und entdecken im Prozess ihre Neigungen und Interessen.

Während die Kompetenzentwicklung in der Schulzeit weiter gefördert wird, vertiefen Betriebserkundungen und -praktika die Kenntnisse über Berufsfelder und -möglichkeiten. Diese Kombination aus dem Entdecken persönlicher Stärken, dem Erkennen von Neigungen und Interessen und praktischem Ausprobieren in Berufen trägt zu einer fundierten Entscheidung bei.

Was braucht die Wirtschaft?

Eine fundierte Berufswahlentscheidung

Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Unternehmen profitieren von einer fundierten Berufswahlentscheidung. Viele Ausbildungs- und Studienabbrüche lassen sich durch vorhergehende Informationen und begleitete Reflexion vermeiden. Vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden (Arbeits-)Welt wird auch die Berufswahl immer anspruchsvoller. Entsprechend muss die berufliche Orientierung stetig weiterentwickelt werden.

Was ist zu tun?

Relevante Akteure einbeziehen

  • BO als Wegbereiterin verstehen
    Die Landesregierung ist gefordert, die BO an allen Schulen mit Tatkraft zu unterstützen, denn mit ihr wird der Grundstein für ein jahrzehntelanges Berufsleben gelegt.
  • Einbindung externer Partner fördern
    Die Pandemiejahre haben gezeigt, wie wichtig eine gezielte BO und die Einbindung externer Partner sind. Die Schule sollte Kooperationspartner, wie z. B. Unternehmen oder die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, stärker einbeziehen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Neigungen und Interessen mit Hilfe von praktischen Erfahrungen in konkreten Berufsfeldern in Verbindung bringen und entwickeln können.
  • BO in Lehrkräftebildung berücksichtigen
    Berufliche Orientierung ist ein wichtiges fächerübergreifendes Ziel. Daher muss sie in Lehrkräfteausbildung und -fortbildung eine noch verbindlichere Rolle spielen als es im Rahmen des im Jahr 2022 novellierten Lehrkräftebildungsgesetzes vorgesehen ist.
  • Gymnasien in stärker in BO einbeziehen
    Die Berufliche Orientierung der Gymnasien sollte gestärkt und Schülerinnen und Schülern stärker auf die guten Karrierechancen einer dualen Ausbildung hingewiesen werden. Das Kompetenzfeststellungsverfahren „KomPoG“ sollte kurzfristig flächendeckend verbindlich verankert werden.
  • BO-Budget für Schulen
    Neben der Schule sollten auch Eltern die berufliche Orientierung ihrer Kinder anstoßen. Auch braucht es außerschulische Partner. Schulen sollten mit einem eigenverantwortlichen BO-Budget ausgestattet werden, um passende Aktivitäten bzw. Angebote auswählen bzw. gestalten zu können.

Ansprech­partner

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Bildungspolitik

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Matthias Rust

SCHULEWIRTSCHAFT

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