SCHULE: Stärken und Neigungen erkennen, Berufswahl unterstützen

Die Frage der beruflichen Orientierung (BO) betrifft die Zukunft jeder Schülerin und jedes Schülers. Daher ist es notwendig, diesen Prozess rechtzeitig im Schulverlauf zu starten und systematisch zu begleiten.

01.05.2026 3 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Berufliche Orientierung ermöglichen und strukturell organisieren

Die Frage der beruflichen Orientierung (BO) betrifft die Zukunft jeder Schülerin und jedes Schülers. Daher ist es notwendig, diesen Prozess rechtzeitig im Schulverlauf zu starten und systematisch zu begleiten.

Das Land Hessen hat zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf die übergreifende Strategie OloV etabliert. BO ist in Hessen strukturell verankert und als schulische Pflichtaufgabe normiert.

Beginnend in der Jahrgangsstufe sieben wird sie durch ein Kompetenzfeststellungsverfahren begleitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten ressourcenorientiertes Feedback zu personalen wie sozialen Kompetenzen und entdecken im Prozess ihre Neigungen und Interessen. Betriebserkundungen und -praktika vertiefen die Kenntnisse über Berufsfelder und -möglichkeiten. Digitale Instrumente und moderne Formate der BO unterstützen die Verknüpfung persönlicher Stärken und Neigungen mit konkreten Berufswegen und tragen zu fundierten Entscheidungen bei.

Was braucht die Wirtschaft?

Eine fundierte Berufswahlentscheidung

Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Unternehmen profitieren von einer fundierten Berufswahlentscheidung. Viele Ausbildungs- und Studienabbrüche lassen sich durch vorhergehende Informationen und begleitete Reflexion vermeiden. Vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden (Arbeits-)Welt wird auch die Berufswahl immer anspruchsvoller. Entsprechend muss die berufliche Orientierung stetig weiterentwickelt werden.

Was ist zu tun?

Relevante Akteure einbeziehen

  • BO als Wegbereiterin verstehen
    Die Landesregierung ist gefordert, die BO an allen Schulen mit Tatkraft zu unterstützen, denn mit ihr wird der Grundstein für ein jahrzehntelanges Berufsleben gelegt.
  • Einbindung externer Partner fördern
    Die Schule sollte Kooperationspartner, wie z. B. Unternehmen oder die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, noch stärker einbeziehen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Neigungen und Interessen mit Hilfe von praktischen Erfahrungen in konkreten Berufsfeldern in Verbindung bringen und weiterentwickeln können.
  • BO in Lehrkräftebildung berücksichtigen
    BO ist ein wichtiges fächerübergreifendes Ziel. Daher muss sie in Lehrkräfteausbildung und -fortbildung eine verbindliche Rolle spielen und die Nutzung bestehender BO‑Instrumente und Kompetenzfeststellungsverfahren gezielt unterstützen.
  • Gymnasien stärker in BO einbeziehen
    Schülerinnen und Schülern an Gymnasien müssen stärker auf die guten Karrierechancen einer dualen Ausbildung hingewiesen werden. Das Kompetenzfeststellungsverfahren „KomPoG“ sowie die vorbereitenden Online‑Lehrkräfteschulungen sollten von allen hessischen Gymnasien verbindlich genutzt und im Schulalltag verankert werden.
  • BO-Budget für Schulen
    Neben der Schule braucht es außerschulische Partner. Schulen sollten mit einem eigenverantwortlichen BO‑Budget ausgestattet werden, um passende Aktivitäten und Angebote auswählen, gestalten und nachhaltig weiterentwickeln zu können. Auch sollten Eltern die berufliche Orientierung ihrer Kinder anstoßen.

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