Die hessische Wirtschaft braucht in den Berufsschulen einen verlässlichen und starken Partner, mit dem die duale Ausbildung gemeinsam erfolgreich und zukunftsfähig gestaltet wird.
DUALE AUSBILDUNG: Lernortkooperation und Berufsschulen zukunftsfähig gestalten
Um was geht es?
Duale Partner müssen sich im Gleichschritt für die Zukunft aufstellen
Berufsschulen und ausbildende Unternehmen sind die tragenden Säulen des dualen Systems und damit maßgeblich verantwortlich für den Erfolg von Auszubildenden. Beide unterliegen dabei stetigen Veränderungen, in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt durch den technologischen Wandel und die digitale Transformation. Die Wirtschaft hat hierauf vielfältig reagiert, neue Geschäftsmodelle entwickelt und beispielsweise Produktionsprozesse und -ketten angepasst. Diese Veränderungen spiegeln sich in den Ausbildungsberufen wider, etwa in den modernisierten Standardberufsbildpositionen. Berufsschulen sind gefordert, mit diesen Änderungen Schritt zu halten. Hier gibt es in Hessen viele gute Beispiele, aber auch heterogenen Entwicklungsbedarf, etwa bei den Investitionen in Berufsschulbauten, bei der strategischen Entwicklung oder beim Lehrkräftenachwuchs.
Was braucht die Wirtschaft?
Stärkung der Berufsschulen als Partner der Ausbildungsunternehmen
Die hessische Wirtschaft braucht in den Berufsschulen einen verlässlichen und starken Partner, mit dem die duale Ausbildung gemeinsam erfolgreich und zukunftsfähig gestaltet wird – im Gleichschritt und in Abhängigkeit von der technologischen Transformation. Nötig sind Strategien und Investitionen in Bezug auf Standortfragen, Digitalisierung und Lehrkräftenachwuchs sowie eine Einbindung der Wirtschaft als dualem Ausbildungspartner.
Was ist zu tun?
Offensive von Landesregierung und Wirtschaft für Berufsschulen
- Strategie entwickeln
Hessen braucht eine langfristige Strategie für die Entwicklung der Berufsschulen. Damit eng verknüpft sind der bauliche Zustand sowie die (digitale) Ausstattung der Schulen, digitale Lehr- und Lernoptionen und Mobilitätslösungen. Auch müssen flexible Organisationsformen wie Verbundkonzepte oder digitale Beschulungen, wo möglich, berücksichtigt werden.
- Zukunftsfähigkeit mit Fragezeichen
Das Konzept „Die zukunftsfähige Berufsschule“greift zu kurz, weil es Standortfragen regelt, aber schon bei der Frage von Fahrtkostenzuschüssen oder der auswärtigen Unterbringung von Auszubildenden keine hinreichenden Lösungen liefert. Hier braucht es Anpassungen, außerdem muss völlige Transparenz mit Blick auf Standortveränderungen hergestellt werden.
- Lernortkooperation weiterentwickeln
Wichtiges Element für den Erfolg der dualen Ausbildung ist die „Lernortkooperation“, also die Zusammenarbeit der dualen Partner. Um diese zeitgemäß weiterzuentwickeln, ist eine Digitalisierung nötig. Die Ankündigung der Landesregierung, eine solche basierend auf Basis der von der Wirtschaft angestoßenen Machbarkeitsstudie „digi_leokop“ anzustreben, ist erfreulich. Wichtig ist eine schnelle Umsetzung.
- Nachwuchsoffensive starten
Um den Lehrkräftenachwuchs zu sichern, braucht es attraktive Konditionen sowie Programme für Quereinstieg und hochschulische Qualifizierung von Lehrkräften. Letzteres insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation der in der Lehrkräfteausbildung engagierten Hochschulen.
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