Nationale Wasserstoffstrategie

Dr. Ortlieb: Zügige Umsetzung mit Erarbeitung einer Importstrategie erforderlich // CCU und CCS ermöglichen - Rohletter: Wasserstoffnutzung im Verkehr viel stärker berücksichtigen

Aktualisiert am: 13.03.2024 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) begrüßte die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie durch die Bundesregierung, sieht allerdings dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der Integration des Verkehrssektors und der Umsetzung der Strategie.

„Die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie kommt zum richtigen Zeitpunkt. Die Rolle von Wasserstoff im Zuge der Dekarbonisierung wird immer wichtiger. Viele hessische Betriebe können bereits heute ihre Produktionsprozesse auf Wasserstoff umstellen. Nun sollten die Maßnahmen der Strategie auch schnellstmöglich umgesetzt werden - insbesondere die Erarbeitung einer Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate. Gleichzeitig muss die angekündigte Carbon-Management-Strategie mitgedacht werden, damit CCU (Carbon Capture and Use) und CCS (Carbon Capture and Storage) zugelassen werden“, sagte Dr. Birgit Ortlieb, Vorsitzende des VhU-Energieausschusses.

Klaus Rohletter, Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses, wies auf die dringende Notwendigkeit hin, Wasserstoff auch im Verkehrssektor viel stärker einzusetzen: „Nicht nur für schwere Nutzfahrzeuge, auch für den Einsatz von E-Fuels in Pkw, für den Einsatz von klimaneutralem Kerosin im Flugverkehr und für den Einsatz im Schienen- und Schiffsverkehr muss Wasserstoff in einer nationalen Strategie berücksichtigt werden. Leider setzt die Bundesregierung im Straßenverkehr vor allem auf die Direktstromnutzung, statt wirklich technologieoffen auch anderen klimaneutrale Lösungen gleichermaßen eine Chance zu geben.“ CO2-neutrale Kraftstoffe würden gebraucht, um viele Millionen Kraftfahrzeuge im Bestand, die einen Verbrennungsmotor nutzen, treibhausgasneutral zu betreiben.

Die VhU begrüßte, dass die Nationale Wasserstoffstrategie nun auch explizit Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen mit CO2-Abscheidung und -speicherung, Wasserstoff aus einer Aufspaltung von Methan im Erdgas mit CO2-Bindung in festem Kohlenstoffgranulat sowie Wasserstoff aus Biomasse berücksichtige (sogenannter „blauer“, „türkiser“ und „orangener“ Wasserstoff). So würde der Technologieoffenheit zumindest in der Erzeugung des Energieträgers weitestgehend Rechnung getragen. Um Innovationen und Zukunftsprojekten auch in diesem Feld wirklichen Raum zu geben, sollte von der rein politisch motivierten „Farbenlehre“ des Wasserstoffs gänzlich Abstand genommen werden.

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