Kernkraft

Dr. Ortlieb: Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke wird es erschweren, jederzeit und überall die Stromversorgung zu sichern // Wiedereinstieg in Kernenergie prüfen

Aktualisiert am: 28.05.2024 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. Anlässlich des Jahrestages der Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland am 15. April 2023 hat die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände ihre Kritik am Ausstieg bekräftigt. Dr. Birgit Ortlieb, Vorsitzende des VhU-Energieausschusses, sagte: „Die Abschaltung der drei betriebsbereiten und sicheren Kernkraftwerke war im Hinblick auf die Versorgungssicherheit in Deutschland ein großer Fehler! Es wird dadurch in den kommenden Jahren noch schwieriger werden, jederzeit das Netz zu stabilisieren und eine ausreichende Stromversorgung für alle Bürger und Betriebe in allen Regionen Deutschlands zu gewährleisten. Ohne Stromerzeugung aus Kernkraft in Deutschland steigt der Bedarf für Stromimporte sowie das Risiko für geplante Abschaltungen von größeren Industriebetrieben, den sogenannten 'Brownouts', was unbedingt vermieden werden muss.“

Dr. Ortlieb sagte: „Deutschland braucht mehr und nicht weniger wetterunabhängige Kapazitäten in der Stromerzeugung. Denn so richtig der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist, liefern sie in Zeiten der Dunkelflaute keinen Strom. Wenn, wie geplant, auch alle Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden, sind bis 2030 zusätzliche 25 bis 40 Gigawatt gesicherte Leistung erforderlich, damit Deutschland jederzeit Strom hat. Das wird absehbar nicht so schnell zu realisieren sein, weshalb es keinen überhasteten Kohleausstieg geben darf.“

Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung sieht nur einen Zubau von 10 Gigawatt an Gaskraftwerken vor, kritisierte Dr. Ortlieb zudem und sagte, eine Weiternutzung der Kernkraftwerke wäre eine kostengünstige Ergänzung zum nötigen Neubau von Gaskraftwerken gewesen.

Stattdessen erschwert und verteuert der deutsche Sonderweg mit dem Kernkraft-Aus den Umbau des Energiesystems in Richtung Treibhausgasneutralität. Dr. Ortlieb sagte: „In 13 der 27 EU-Staaten werden Kernkraftwerke betrieben. 14 EU-Staaten haben sich zu einer „Nuclear Alliance“ zusammengeschlossen, um 30 gemeinsame Kernkraftprojekte mit dem Ziel Treibhausgasneutralität voranzutreiben – darunter Frankreich, die Niederlande, Polen, Finnland und Rumänien. Auch die USA setzen stark auf die Kernenergie. Deutschland sollte sich diesem Weg nicht verschließen und den Wiedereinstieg in die Kernenergie prüfen“.

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