Sozialreformen

Pollert: Reformen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung müssen ein Erfolg werden // Sozialstaat generationengerecht reformieren

02.06.2026 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. „Angesichts der rasant steigenden Defizite in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und der drohenden Mehrausgaben in der gesetzlichen Rentenversicherung in dreistelliger Milliardenhöhe müssen Bundesregierung, Bundestag und Länder jetzt Mut für ausgabesenkende Strukturreformen beweisen. Der Anstieg der Sozialabgaben muss endlich gestoppt und diese wieder auf unter 40 Prozent gebracht werden. Die außerordentliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung muss unterbleiben. Sonst bleibt der im Erwerbsleben stehenden Generation immer weniger Netto, Arbeitsplätze werden durch immer höhere Lohnzusatzkosten gefährdet und Deutschland wird zu einem Fachkräfteauswanderungsland“, erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

„Eine zentrale Stellschraube für mehr Generationengerechtigkeit ist der konsequente Abbau von Frühverrentungsanreizen. Der Bundesgesetzgeber muss daher die abschlagsfreie „Rente ab 63“ umgehend beenden und die Abschläge für einen vorgezogenen Renteneintritt angemessen erhöhen“, so der VhU-Hauptgeschäftsführer.

„Für eine faire Lastenverteilung zwischen Jung und Alt braucht es deutlich mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Denn damit sorgt jede Alterskohorte ein Stück weit für sich selbst vor und überlässt nicht die gesamte Finanzierung der nachfolgenden Generationen im Umlageverfahren. Für die private Altersvorsorge ist die Bundesregierung mit einer deutlich verbesserten Förderung bereits wichtige Schritte in die richtige Richtung gegangen. Jetzt muss die betriebliche Altersvorsorge insbesondere für Geringverdiener und kleine Betriebe noch attraktiver gemacht werden. In der gesetzlichen Pflegeversicherung muss der Bundesgesetzgeber die Lastenverschiebung auf Jüngere stoppen und den Beitrag einfrieren. Die Lücke lässt sich durch eine kapitalgedeckte Prämie schließen, sodass auch die geburtenstarken, aber kinderschwachen Jahrgänge 1955–1969 noch ein Stück weit selbst vorsorgen“, sagte Dirk Pollert.

Weiterführende Informationen:
- VhU-Position „Betriebliche Altersvorsorge entbürokratisieren“, 22.10.2025
- VhU-Position „Gesetzliche Pflegeversicherung mit kapitalgedeckter Vorsorge ergänzen“, 18.11.2025

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