Pollert: Minijobs erhalten statt Schwarzarbeit fördern / 460.000 hessische Jobs in Gefahr
Arbeitsmarkt Juli
Frankfurt am Main. Im Juli 2026 waren in Hessen über 215.000 Personen arbeitslos, 6700 mehr als im Vormonat. Der Arbeitsmarkt bleibt damit weiterhin angespannt und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
„Die Bundesregierung sollte nicht wie von der Rentenkommission empfohlen Minijobs durch immer höhere Abgaben faktisch abschaffen, weil damit eines der wenigen Flexibilitätsinstrumente im deutschen Arbeitsmarkt beseitigt und hunderttausende Jobs in Hessen gefährdet würden. Denn über 460.00 Minijobber in Hessen arbeiten nur im Nebenerwerb oder etwa als Rentner oder Studenten und können oder wollen nicht Vollzeit arbeiten. Eine Abschaffung der Minijobs würde deshalb kaum zusätzliche Vollzeitkräfte mobilisieren, sondern stattdessen die Schwarzarbeit bundesweit um schätzungsweise 25 Mrd. Euro im nächsten Jahr nach oben treiben“, erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„Ebenso steht in den Sternen, wer von den übrigen knapp 140.000 ausschließlich geringfügig Beschäftigten in Hessen seine Arbeitszeit ausweiten kann und will. Auch die rund 20.000 hessischen Grundsicherungsgeldbezieher in Minijobs sind kein Grund für deren Abschaffung, sondern für verbesserte Hinzuverdienstregeln, die vollzeitnahe Tätigkeit statt Kleinstbeschäftigungen belohnen. Statt Abgaben auf Arbeit immer weiter nach oben zu schrauben ist das Gegenteil richtig, nämlich durch ausgabensenkende Strukturreformen die Sozialversicherungsbeiträge auf unter 40 Prozent zu bringen. So wird Arbeit durch mehr Netto vom Brutto endlich wieder attraktiver. “, so der VhU-Hauptgeschäftsführer weiter.
Weiterführende Informationen:
- VhU-Tabelle
Ansprechpartner