Pollert: Fachkräfte mit Ausbildung trotzen der Wirtschaftsflaute // 6.000 Ausbildungsplätze noch zu besetzen
Arbeitsmarkt September
Frankfurt am Main. Im September 2026 waren in Hessen gut 210.000 Personen arbeitslos, knapp 4.500 weniger als im Vormonat. Der Arbeitsmarkt kommt damit weiterhin nicht vom Fleck. Am Ausbildungsmarkt blieben trotz der Wirtschaftskrise tausende Ausbildungsplätze unbesetzt; zugleich werden ausländische Auszubildende für die Fachkräftesicherung immer wichtiger.
„In der längsten Wirtschaftsflaute seit der Nachkriegszeit zeigt sich immer deutlicher, dass eine berufliche Ausbildung nicht nur ein hervorragender Einstieg in den Arbeitsmarkt ist, sondern auch den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit bietet. Denn während die Arbeitslosigkeit bei Fachkräften seit 2019 nur ganz leicht gestiegen ist, ist sie bei Akademikern und Helfern um 50 und mehr Prozent regelrecht explodiert. Die mit Abstand meisten offenen Stellen und damit Chancen verzeichnet die Arbeitsagentur mit 24.600 im Segment der Fachkräfte, und dabei sind dort längst nicht alle Stellen gemeldet. Für junge Leute lohnt es sich deshalb sehr, sich über eine Berufsausbildung als krisensicheren Einstieg in den Arbeitsmarkt zu informieren“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„Über 6000 unbesetzte Ausbildungsstellen finden sich nach wie vor in fast allen Berufen, besonders im Einzelhandel, im Handwerk und der Lagerlogistik. Zwar hinterlässt die schwierige wirtschaftliche Lage am Ausbildungsmarkt inzwischen Spuren. Doch viele Betriebe halten nach wie vor an ihrem hohen Ausbildungsengagement fest und investieren weiter in den eigenen Nachwuchs. Gerade abseits der großen Städte bestehen weiterhin gute Chancen. Junge Menschen sollten deshalb auch Ausbildungsangebote in ländlichen Regionen prüfen und sich örtlich wie beruflich flexibel zeigen“, sagte Pollert.
„Einen immer wichtigeren Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten schon heute fast 20.000 Auszubildende aus Nicht-EU-Staaten wie Indien, Marokko, China, Vietnam, Iran oder der Türkei. Doch angesichts des demografischen Wandels reicht das längst nicht. Wünschenswert wäre, wenn sich gerade auch schon lange hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund viel öfter für eine Ausbildung entscheiden könnten. Das ist umso dringlicher, weil zuletzt über 25.000 Jugendliche in Hessen arbeitslos waren. Davon haben über 80 Prozent keinen Berufsabschluss und mit rund 45 Prozent ist der Ausländeranteil weit überproportional“, erklärte Pollert.
Weiterführende Informationen:
VhU-Tabellen und Grafiken zum Arbeitsmarkt nach Qualifikationsniveau und Auszubildenden aus Drittstaaten zum 31.12.2025
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