DUALE AUSBILDUNG: Berufliche Bildung und Berufsschulen bei der Digitalisierung breiter unterstützen

Es gilt, insbesondere im Bereich der Berufsschulen, die Bildungsprozesse den Prozessen der modernen Arbeitswelt anzugleichen und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen.

01.05.2026 3 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Berufliche Bildung den Prozessen der modernen Arbeitswelt angleichen

Die berufliche Bildung ist ein wesentlicher Stabilitätsanker der hessischen Wirtschaft. Sie liegt in der primären Verantwortung der Unternehmen, der Sozialpartner sowie im Bereich der Berufsschulen als dualer Partner in der Kultushoheit des Landes. Der Bund und das Land können einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Stärkung der beruflichen Bildung leisten. Besonders im Bereich der Berufsschulen gilt es, die Bildungsprozesse kontinuierlich an die Anforderungen der modernen Arbeitswelt anzupassen und die Möglichkeiten von Digitalisierung und KI sinnvoll zu nutzen.

Was braucht die Wirtschaft?

Kompetenten Nachwuchs

Die Zahl der Ausbildungsinteressierten hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. In hessischen Unternehmen sind schon heute alleine im MINT-Bereich 22.600 Stellen für Fach- und Arbeitskräfte unbesetzt. Es gilt, das System der dualen Ausbildung zu stärken. Hierzu gehört, Bildungsprozesse (digital) weiterzuentwickeln und an heutige Erfordernisse anzupassen. Nur so gelingt es, die duale Ausbildung zukunftsfähig zu halten und auch in Zukunft ausreichend junge Menschen für diesen Karriereweg zu motivieren. Bei Entscheidungen im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung müssen die gesellschaftlichen Veränderungen und die Anforderungen der Arbeitswelt stärker mitbedacht werden, als dies bisher der Fall ist.

Was ist zu tun?

Digitalisierung in den Berufsschulen fördern und konzeptionell mitdenken

  • Zukunftsstrategie entwickeln
    Hessen braucht eine langfristige Strategie für die Entwicklung der Berufsschulen, mit der diese zeitgemäß weiterentwickelt und an Erfordernisse der digitalen Welt ausgerichtet werden. Die reine Lösung von Standortfragen (Strategie „Zukunftsfähige Berufsschule“) reicht nicht aus.
  • Digitalisierungsbudget für Berufsschulen
    Berufsschulen sollten unkomplizierter über die Installation von Software entscheiden können. Dies ist schon deshalb essentiell, damit berufsspezifische Spezialsoftware genutzt werden kann. Hierfür sollte jeder Schule ein Budget eingeräumt werden.

  • Lernortkooperation digital weiterentwickeln
    Potenziale der Digitalisierung müssen in der Zusammenarbeit von Berufsschulen und Betrieben stärker genutzt werden. Dass die Landesregierung vereinbart hat, hier den  Empfehlungen der hessischen Wirtschaft aus dem Projekt „digi_leokop“ zu folgen, ist erfreulich, allerdings müssen jetzt auch zügig konkrete Schritte folgen.

  • Digitaler/hybrider Berufsschulunterricht
    Berufsschulunterricht sollte grundsätzlich wohnortnah erfolgen. Dort, wo dies nicht möglich ist, sollten hybride sowie digitale Beschulungen geprüft und konzeptionell mitgedacht werden. Die aktuellen Möglichkeiten für Berufsschulen sind hier zu bürokratisch und wenig zielführend.

  • Qualifizierung des Ausbildungspersonals
    Die fortschreitende Digitalisierung und die KI stellen veränderte Anforderungen an das Lehrpersonal, insbesondere mit Blick auf Didaktik. Sowohl für betriebliche als auch für berufsschulische Zusammenhänge bedarf es hier Qualifizierungsstrategien.

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