PISA 2025

Grundkompetenzen auf Tiefstand – VhU sieht langjährige Warnungen bestätigt



08.09.2026 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. Die heute vorgestellten Ergebnisse der PISA-Erhebung 2025 sind ein bildungspolitisches und ökonomisches Alarmsignal: Die 15-Jährigen in Deutschland erreichen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen. Rund ein Drittel verfehlt in Lesen und Mathematik die Mindestkompetenzstufe, der Anteil hat sich seit 2015 verdoppelt. Gleichzeitig schrumpft die Spitzengruppe deutlich, sowohl im Lesen als auch in Mathematik. In den Naturwissenschaften liegt Deutschland nur noch auf OECD-Durchschnittsniveau.

„Wenn ein Drittel der Jugendlichen die Basiskompetenzen im Lesen und Rechnen verfehlt und wir in den Naturwissenschaften den Anschluss an die internationale Spitze verlieren, geraten die Grundlagen für Ausbildungsreife, Innovationsfähigkeit und Wertschöpfung am Standort unter Druck", so Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der VhU. „Daran arbeiten Politik und Schulen seit Jahren, die heutigen Zahlen zeigen jedoch, dass dies nicht gelungen und die Aufgabe noch größer geworden ist. Das spüren die Unternehmen jedes Jahr beim Ausbildungsstart, sie müssen erheblich nachschulen, damit die Ausbildung überhaupt gelingt."

Das hessische Bildungschancenpaket mit stärkerem Fokus auf Deutsch und Mathematik, dem Medienführerschein in Klasse 4, dem Pflichtfach „KI und Digitale Welt" in den Klassen 5 und 6 und dem Informatikschwerpunkt in der Mittelstufe setzt die richtigen Prioritäten. Die VhU vermisst jedoch Zielklarheit: „Für die Umsetzung wünschen wir uns messbare Zielmarken und eine verlässliche Begleitung, damit sich früh erkennen lässt, was wirkt. Wir erwarten verbindliche Zielvorgaben, nicht nur Absichtserklärungen", so Pollert. Aus Sicht der Wirtschaft fehlen zudem bisher ein Curriculum und entsprechend ausgebildete Lehrkräfte für das neue Pflichtfach „KI und Digitale Welt". „PISA 2025 sollte Ansporn sein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die hessische Wirtschaft steht als Partner bereit und bringt die Erfahrungen aus dem Umgang mit Digitalisierung und KI aus Aus- und Weiterbildung in der hessischen Wirtschaft gerne in die Entwicklung der Curricula ein."

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