Internationaler Wettbewerb: Heimische Airlines stärken, Arbeitsplätze sichern

Die Luftverkehrswirtschaft braucht Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Wachstum ermöglichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

03.11.2025 2 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Chancengleichheit für Airlines im globalen Wettbewerb

Die hohe Bedeutung des Luftverkehrsstandorts liegt in der Drehkreuzfunktion des Frankfurter Flughafens. Über Zubringerflüge sammeln sich Fluggäste aus den verschiedensten Städten und Ländern und steigen in Maschinen um, die sie zu ihren eigentlichen, oft sehr fernen Zielen bringen. Die Passagiere eines Boeing 747-Fluges kommen mit etwa 70 Zubringerflügen nach Frankfurt. Rund die Hälfte aller Passagiere in Frankfurt sind Umsteiger.

Niedrige Sozial-, Verbraucherschutz- und Umweltstandards außereuropäischer Airlines gepaart mit der Subventionierung von Staatsairlines in der Türkei, in China und im Nahen Osten führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen für heimische Airlines im internationalen Vergleich.

Gleichzeitig führen hohe Entgelte, Gebühren und die Luftverkehrsteuer in Deutschland dazu, dass heimische Airlines Flüge nur zu relativ teuren Preisen anbieten können. Die Flugsicherungsgebühr hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt. Die europäische Beimischungsquote für nachhaltigen Kraftstoff (SAF) erhöht die Ticketpreise weiter. Mit steigenden Preisen sinkt die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Airlines.

Was braucht die Wirtschaft?

Gute Flugverbindungen in ferne Länder

Gute und regelmäßige Flugverbindungen in die gesamte Welt sind ein Standortvorteil für Unternehmen. Das Drehkreuz Frankfurt ermöglicht es, mit Kunden und Beschäftigten global vernetzt zu bleiben.

Was ist zu tun?

Belastungen reduzieren

  • Standortkosten für Luftverkehr reduzieren
    Um eine Verlagerung der Verkehre zu verhindern, braucht es bessere Standortbedingungen für den Luftverkehr: Vor allem Steuern, Abgaben, Gebühren sind zu senken.
  • Luftverkehrsteuer abschaffen
    Die deutsche Luftverkehrsteuer sollte vollständig abgeschafft, zumindest aber die Einnahmen daraus vollständig für den Systemwechsel hin zu treibhausgasneutralen Flugkraftstoffen verwendet werden.
  • Flugsicherungsgebühren stabilisieren
    Flugsicherungsgebühren sind Entgelte für die Nutzung des Luftraums. Coronabedingte Einnahmeausfälle bei der DFS führen zu massiv gestiegenen Flugsicherungsgebühren. Der Bund sollte die Ausfälle  selbst tragen, statt Airlines für nicht genutzte Dienste zahlen zu lassen.
  • Öffentliche Mittel für Gefahrenabwehr
    Die Kosten für Luftsicherheitsmaßnahmen, die der polizeilichen Gefahrenabwehr dienen, wie bspw. die Passagierkontrollen, müssen – wie bei der Bahn - von der öffentlichen Hand getragen werden.
  • Klimaschutz wettbewerbsneutral gestalten
    Im EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) sowie bei der Beimischungsquote für nachhaltiges Kerosin (SAF) müssen Flüge über europäische und nicht-europäische Drehkreuzen gleich behandelt werden.

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Dr. Vladimir von Schnurbein

Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik

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Verkehrs- und Logistikpolitik

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