Rastanlagen: Mehr Lkw-Stellplätze und Sicherheit nötig

In Hessen fehlen tausende Lkw-Stellplätze auf Autohöfen sowie bewirtschafteten und unbewirtschafteten Raststätten entlang der Autobahnen.

Aktualisiert am: 03.05.2024 3 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Überfüllte Rastanlagen, Lkw-Fahrer auf Parkplatzsuche, Planenschlitzerei

In Hessen fehlen tausende Lkw-Stellplätze auf Autohöfen sowie bewirtschafteten und unbewirtschafteten Raststätten entlang der Autobahnen. Das führt zu gefährlichen Verkehrsverhältnissen in den Abendstunden: Rastanlagen und ihre engen Zufahrten sind voll mit Lastwagen. Die Lkw-Fahrer werden häufig faktisch gezwungen, falsch zu parken, um Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Das verschlechtert die Attraktivität des Berufsbildes Kraftfahrer und verschärft die Probleme, genügend Mitarbeiter für die Logistikbranche zu finden.

In 2018 fehlten knapp 3.000 Lkw-Stellplätze in Hessen. Bund und Land investieren insgesamt zu wenig. Bundesweit 100 Mio. Euro Investitionen hatte der Bund für 2020 angekündigt. Das ist gut, reicht aber noch nicht.

Hinzu kommt die schlechte Sicherheitslage auf vielen Rastanlagen: Planenschlitzerei und Diebstahl sind leider an der Tagesordnung. Die gestohlenen Güter hatten laut Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik in 2018 einen Wert von 1,3 Milliarden Euro. Dazu kamen weitere Schäden von ca. 900 Millionen Euro durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten, Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle bei Industrie und Handel.

Was braucht die Wirtschaft?

Ausreichend Lkw-Parkplätze und Sicherheit für Fahrer und Ladungen

 An den Autobahnen in Hessen muss es genügend, d. h. viel mehr Lkw-Stellplätze geben. Auf Parkplätzen, Raststätten und Autohöfen muss die Sicherheit für Lkw-Fahrer und Ladungen besser als bisher gewährleistet werden.

Was ist zu tun?

Lkw-Stellplätze bauen, Videoüberwachung ausweiten, öfter Polizeistreifen

  • Mehr Lkw-Stellplätze bauen
    Der Bund sollte in Hessen mind. 3.000 Lkw-Stellplätze an Autobahnen bis 2030 bauen.
  • Private Autohofbetreiber berücksichtigen
    Private Lkw-Parkplatzbetreiber sind bei der Parkflächen-Schaffung einzubinden.
  • Smartes, kompaktes Parken ermöglichen
    Kolonnen- bzw. Kompaktparken (Modell SVG-Autohof Lohfelden) sind auszuweiten und digitale Parkleitsysteme aufzubauen.
  • Mehr Schutz durch Polizeipräsenz
    Die Polizei muss stärker gegen Kriminelle vorgehen, um besonders nachts Fahrer und Ladungen zu schützen, bspw. durch Streifenfahrten mit Blaulicht. Hierfür muss Personal bereitgestellt und eine zentrale Anlaufstelle für Lkw-Fahrer initiiert werden.
  • Überwachung finanziell fördern
    Das Land sollte den Ausbau der Videoüberwachung an Raststätten finanziell fördern.
  • Ansprechpartner für Wirtschaft benennen
    Das Land Hessen sollte eine Koordinierungsstelle einrichten, die die Belange von Wirtschaft, Kommunen, Land, Bund und Autobahn GmbH koordiniert.

Ansprech­partner

Dr. Clemens Christmann

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

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Verkehrs- und Logistikpolitik

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