Weniger Zeitverlust durch Staus: ÖPNV-Angebote steigern und ausbauen!

Der ÖPNV muss so attraktiv werden, dass Arbeitnehmer einfach und ohne Zeitverlust vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.

Aktualisiert am: 03.05.2024 2 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Fachkräftegewinnung darf nicht an Staus und fehlendem ÖPNV scheitern

Für Arbeitgeber wird es schwieriger, Fachkräfte zu finden, u.a. wegen des Mangels an Wohnraum in Ballungszentren. Immer seltener können neue Arbeitnehmer und junge Familien nahe ihrer städtischen Arbeitsorte wohnen. Viele müssen aus dem Umland pendeln. Um weniger Zeit im Stau zu verlieren, wollen viele Bürger vom Pkw in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umsteigen, können es aber nicht. Denn die Bus- und Bahn-Angebote reichen bei weitem nicht aus. Zudem kommt der ÖPNV an Komfort und Qualität einer Autofahrt meist nicht heran: Das reicht vom Dolby-Surround-System im Auto über die Klimaanlage und Sitzheizung bis hin zur Fahrt vor die eigene Haustür bei jedem Wetter.

Was braucht die Wirtschaft?

Der ÖPNV muss eine realistische Alternative zum Auto werden

Der ÖPNV muss so attraktiv werden, dass hunderttausende Arbeitnehmer einfach und ohne Zeitverlust vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen und auch intermodale Kombinationen nutzen können, etwa mit dem Rad.

Was ist zu tun?

ÖPNV massiv ausbauen

  • ÖPNV: Verdoppeln statt verbilligen
    Die Angebote bei Bussen und Bahnen sollten nicht verbilligt, sondern ausgeweitet und verbessert werden. Knappe öffentliche Gelder sollten nicht für Ticketsubventionen, sondern für eine echte Verbesserung des ÖPNVs verwendet werden.
  • Mehr Infrastruktur
    Schienen- und Schnellbusnetze müssen größer werden. S-, U- und Regionalbahn-Linien sollten verlängert werden. Bahnhöfe müssen ausgebaut, Bahnsteige verlängert und Bushaltestellen verbessert werden.
  • Mehr Qualität
    Taktungen müssen steigen. Auf Komfort, Sauberkeit, Belüftung, subjektives Sicherheitsgefühl in Zügen und Bussen und die Aufenthaltsqualität in Bahnhöfen ist besondere Aufmerksamkeit zu richten.
  • Mehr Nutzerfinanzierung
    Die Kosten für mehr ÖPNV brauchen nicht allein aus öffentlichen Kassen finanziert werden, sondern sind zu einem größeren Anteil von den Fahrgästen zu tragen.
  • Regionalisierungsmittel massiv anheben
    Der Bundestag sollte die Regionalisierungsmittel des Bundes für den ÖPNV in den Ländern bis 2030 verdoppeln.
  • Buslinienkonzessionen ausschreiben
    Konzessionen für Buslinien sollten weiter so ausgeschrieben werden, dass private Anbieter faire Chancen haben.
  • ÖPNV im ländlichen Raum ausbauen
    Autos werden im ländlichen Raum das Verkehrsmittel Nr. 1 bleiben. Umso wichtiger, dass der ÖPNV besser wird, z. B. durch eine höhere Taktung oder Anrufsammeltaxen und Rufbusse.

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