VhU-Präsident Mang: Es reicht nicht, die Zukunft zu erfinden. Wir müssen dafür sorgen, dass sie bei uns stattfindet
34. Hessischer Unternehmertag
Wiesbaden und Frankfurt am Main. Hessen ist ein internationales Drehkreuz für Menschen, Waren, Kapital und Daten. Doch seine wirtschaftliche Zukunft entscheidet sich daran, ob Unternehmen hier auch künftig investieren und Innovationen in marktfähige Produkte umsetzen. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des 34. Hessischen Unternehmertags der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) im Wiesbadener Kurhaus. Unter dem Motto „DREHKREUZ ZUKUNFT. Was einen starken Standort morgen ausmacht“ diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Wettbewerbsfähigkeit Hessens und die Voraussetzungen für künftigen Wohlstand.
VhU-Präsident Wolf Matthias Mang: „Es reicht nicht, die Zukunft zu erfinden. Es hilft uns wenig, wenn die besten Ideen in Deutschland entstehen, die Fabriken und Arbeitsplätze dazu aber im Ausland. Unsere Unternehmen sind innovativ, sie haben die Technologien und die klugen Köpfe. Aber Unternehmer investieren dort, wo sie eine Zukunft sehen. Und nicht dort, wo sie die meisten Formulare ausfüllen müssen und die höchsten Kosten haben. Wir brauchen keine weiteren Standortdiagnosen, sondern endlich Reformen, die Wachstum ermöglichen. Deutschland war immer dann stark, wenn wir die Zukunft nicht nur diskutiert, sondern auch gebaut haben.“
Deutschland müsse dafür sorgen, dass aus seinen Innovationen auch hierzulande Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen, sonst drohe eine schleichende Erosion des Wirtschaftsstandorts. „Die Krise ist nicht in erster Linie eine Krise der Unternehmen, ihrer Produkte oder ihrer Innovationskraft, sondern eine strukturelle Krise des Standorts.“ Mang forderte die Politik in Brüssel, Berlin und Wiesbaden auf, die Rahmenbedingungen für Investitionen grundlegend zu verbessern. Die hessischen Initiativen zum Bürokratieabbau, der Industrie-Trialog und die Baupakete zeigten, dass Veränderungen möglich seien. Diesen müssten schnell viele weitere folgen.
Die Bedeutung internationaler Verbindungen für Hessens Zukunft verdeutlichte Dr. Michael Niggemann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG: „Wer Zukunft gestalten will, muss heute investieren. Genau das tun wir als Lufthansa Group – in neue Flugzeuge, moderne Infrastruktur und unser Drehkreuz Frankfurt. Wir bekennen uns klar zu Hessen und übernehmen Verantwortung für diesen Standort. Denn für eine Exportnation wie Deutschland ist die Verbindung zur Welt eine entscheidende Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Damit Frankfurt auch künftig ein starkes Tor zur Welt bleibt, brauchen wir niedrigere Standortkosten, faire Wettbewerbsbedingungen und eine Politik, die Investitionen ermöglicht. Nur so sichern wir gemeinsam die gute Konnektivität Hessens und die internationale Anbindung der Wirtschaftsregionen in ganz Deutschland.“
Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein unterstrich die Bedeutung der Unternehmen für Wohlstand und Beschäftigung: „Hessens Unternehmerinnen und Unternehmer sind Garanten unseres Wohlstands. Sie investieren, schaffen Arbeitsplätze und übernehmen Verantwortung – auch in herausfordernden Zeiten. Damit unsere Wirtschaft stark und wettbewerbsfähig bleibt, brauchen unsere Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen: Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, eine leistungsfähige Infrastruktur und mehr Freiräume für Innovation und unternehmerisches Handeln sind dafür entscheidend. Ein starker Wirtschaftsstandort entsteht dort, wo Menschen Ideen entwickeln, Unternehmen mutig vorangehen und Politik die richtigen Grundlagen schafft. Daran werden wir auch weiterhin gemeinsam mit der hessischen Wirtschaft arbeiten.“
Ein weiterer Höhepunkt des Unternehmertags war die Verleihung des Innovations- und Wachstumspreises „Hessen-Champions 2026“ gemeinsam mit Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori. Die drei ausgezeichneten Unternehmen und die Finalisten stehen beispielhaft für Innovationskraft, unternehmerischen Mut und die wirtschaftlichen Zukunftschancen Hessens.
Mit Blick auf die kommenden Generationen appellierte Mang, die Zukunft des Standorts aktiv zu gestalten, statt die notwendigen Reformen weiter aufzuschieben. Sein Schlusswort: „Deutschland ist unser Land. Und seine Zukunft ist unsere Aufgabe!“
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