Arbeitsmarkt

Pollert: Alarmsignale am Arbeitsmarkt immer lauter. Nicht Kommissionen, sondern umfassende Reformen sind überfällig.

29.08.2025 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. „Mit den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Hessen werden die Alarmsignale am Arbeitsmarkt immer lauter. Mit knapp 213.00 Arbeitslosen liegt die August-Arbeitslosigkeit in Hessen so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig haben Unternehmen wachsende Besetzungsprobleme bei Fachkräftestellen. Sobald die Konjunktur hoffentlich wieder anzieht, wird sich der Fachkräftemangel massiv verschärfen. Der Arbeitsmarkt gerät damit zusehends aus dem Gleichgewicht. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt endlich mit Reformen gegensteuern“, erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

Besorgniserregend sei, dass selbst offene Stellen für Helfertätigkeiten immer schwerer besetzt werden könnten. „Dies passt nicht zu immer mehr Arbeitslosen, die keinen Berufsabschluss haben. Und es ist ein klarer Hinweis darauf, dass das sog. Bürgergeld-System mit schärferen Sanktionsmöglichkeiten und besseren Anreizen zur Arbeitsaufnahme generalsaniert werden muss“.

Wegen der Alterung der Gesellschaft, hohen Steuern und Abgaben, fehlenden Wirtschaftswachstums und des riesigen Schuldenpakets sieht die VhU weiterhin dringenden Reformbedarf in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. „Sozialversicherungen und der Sozialstaat müssen insgesamt reformiert und zukunftsfest aufgestellt werden. Die abschlagfreie Rente mit 63 muss sofort auslaufen, um den Verlust erfahrener Fachkräfte zu verhindern. Und die Sozialversicherungsbeiträge müssen durch ausgabensenkende Strukturreformen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wieder unter 40 Prozent gebracht werden. So bleiben Beschäftigungschancen erhalten und den Beschäftigten mehr Netto vom Brutto“, sagte der VhU-Hauptgeschäftsführer.

Mit Blick auf die Ankündigung der Bundesregierung, in den kommenden Monaten weitere Reformkommissionen einzusetzen, sagte Dirk Pollert: „Kommissionen sind kein Ersatz für entschlossenes Handeln. Angesichts der alarmierenden Entwicklung am Arbeitsmarkt und der seit Jahren steigenden Abgaben und Lohnzusatzkosten sind schnelle und konkrete Reformschritte nötig. Sonst droht Deutschland, immer mehr den Anschluss zu verlieren.“

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