Pollert: Jobcenter und Langzeitarbeitslose müssen Chancen der neuen Grundsicherung nutzen. Langzeitarbeitslosigkeit um 60 Prozent gestiegen
Arbeitsmarkt Mai
Frankfurt am Main. Im Mai 2026 waren in Hessen über 208.000 Personen arbeitslos, rund 4.000 weniger als im Vormonat. Darunter waren rund über 76.000 Langzeitarbeitslose, rund 60 Prozent mehr als noch 2019.
„Die hessischen Jobcenter müssen die Möglichkeiten der neuen Grundsicherung ab dem 1. Juli konsequent nutzen. Denn inzwischen 76.000 Langzeitarbeitslose in Hessen sind auch Folge unzureichender Aktivierungsmöglichkeiten im bisherigen Bürgergeld. Jobcenter und Landesregierung müssen dafür schon jetzt Anzahl und Taktung der persönlichen Einladungen als ein zentrales Aktivierungsinstrumente deutlich nach oben schrauben. Rund 15.000 unbesetzte Helferstellen in Hessen bieten sehr konkrete Einstiegschancen. Ist eine Sofortvermittlung in Arbeit nicht möglich, sollten Arbeitslose die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen der Arbeitsverwaltung von der Weiterbildung bis zum Eingliederungszuschuss nutzen,“ erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„30.000 mehr Langzeitarbeitslose in Hessen seit 2019 sind aber auch Folge der längsten Wirtschaftsflaute in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Deswegen muss der Bundesgesetzgeber endlich Reformen für geringere Arbeitskosten durch ausgabesenkende Sozialreformen, mehr Flexibilität beim starren Arbeitszeitgesetz, günstigere Energiepreise und weniger Bürokratie angehen. Die hessische Landesregierung muss den heimischen Standort etwa mit schnelleren Genehmigungsverfahren unterstützen. Dies stärkt die Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen“, sagte Pollert.
Weiterführende Informationen:
- VhU-Tabelle zur Langzeitarbeitslosigkeit nach Kreisen 2019 und 2026
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