Pollert: Deutschland darf kein Fachkräfteauswanderungsland werden – deshalb Abgaben senken und Wachstumskräfte freisetzen
Migration
Frankfurt am Main. Schon seit 2005 wandern Jahr für Jahr auch mehr Deutsche – vor allem jüngere – aus Hessen aus, als zurückkehren. Gleichzeitig droht Hessen altersbedingt bis 2030 eine Lücke von rund 240.000 Fachkräften. 2024 war der Wanderungssaldo von EU-Bürgern von und nach Hessen erstmals negativ: in Summe verließen 3.500 Personen das Bundesland, darunter rund 1.500 mit Ziel Polen und 1.000 mit Ziel Kroatien.
„Es ist kein Wunder, dass immer mehr gefragte Arbeitskräfte aus EU-Staaten wie Polen abwandern statt zuzuziehen. Denn mobile und qualifizierte Fachkräfte orientieren sich oft dorthin, wo die wirtschaftlichen Chancen am besten sind. Für mehr Netto vom Brutto für alle Arbeitnehmer – auch für internationale Fachkräfte – muss der Bundesgesetzgeber die Beitragssatzspirale deshalb durch ausgabensenkende Sozialreformen endlich brechen. Denn mit der im europäischen Vergleich zweithöchsten Steuer- und Abgabenbelastung von 48 Prozent kann Deutschland im internationalen Wettbewerb um die besten Fachkräfte kaum noch mithalten“, erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„Zugleich müssen Bund und Länder ein klares Reformsignal für Wachstum setzen: mehr Flexibilität beim Arbeitszeitgesetz, niedrigere Energiepreise und weniger Bürokratie. Nur so kann Deutschland die rote Laterne beim Wachstum endlich abgeben und als Wirtschaftsstandort wieder an Dynamik und Attraktivität gewinnen“, sagte Dirk Pollert.
Weiterführende Informationen:
VhU-Tabelle: Zu- und Fortzügen deutscher Staatsbürger in Hessen
IW-Gutachten: „Die Steuerbelastung der Unternehmen im internationalen Vergleich, 02.03.2026
Hessisches Landesamt für Statistik: Bevölkerungsvorgänge in Hessen im Jahr 2024 – Wanderung – Juni 2025
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