Arbeitsmarkt und Bildung

Pollert: Hauptgrund für steigende Jugendarbeitslosigkeit sind Bildungsdefizite. Hessische Landesregierung muss handeln

30.04.2026 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main.Im April 2026 waren in Hessen rund 212.400 Personen arbeitslos, rund 650 weniger als im Vormonat. Darunter waren rund 21.500 Personen unter 25 Jahren. Seit 2019 ist die Arbeitslosenquote junger Menschen um 1,5 Prozentpunkte auf rund 6 Prozent im Jahr 2025 angestiegen. In allen hessischen Kommunen liegt sie höher als vor der Pandemie.

„Die steigende Jugendarbeitslosigkeit in Hessen schwächt die Fachkräftebasis von morgen. Deshalb braucht es bessere schulische Bildung und eine stärkere berufliche Orientierung. Kinder müssen am Ende der Grundschule sicher lesen, schreiben und rechnen können, sonst scheitern sie später an den nächsten Bildungsphasen und am Einstieg in Ausbildung und Beruf. Für junge Menschen ist eine Berufsausbildung eine sehr gute Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Dabei lohnt es sich, auch jenseits des Wunschberufs und der Wunschregion zu suchen und den Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht auf die lange Bank zu schieben“, erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

„Alarmierend ist der Befund, dass mehr als 80 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen keinen Berufsabschluss haben und über ein Drittel nicht einmal einen Schulabschluss. Besonders betroffen sind Ausländer, die rund 45 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen stellen, obwohl ihr Bevölkerungsanteil in dieser Altersgruppe nur etwa 20 Prozent beträgt. Fehlende Abschlüsse sind der zentrale Treiber von Jugendarbeitslosigkeit und damit ein Auftrag an die Bildungspolitik. Die Zahlen belegen auch, dass Integration in Schule, Ausbildung und Beruf noch zu selten gelingt. Früher und verbindlicher Deutschunterricht, mehr Sprachförderung und bessere Übergänge in Ausbildung sind nötig – aber sie wirken nur, wenn Jugendliche diese Chancen auch konsequent nutzen.

Weiterführende Informationen:

- VhU-Tabelle zur Jugendarbeitslosigkeit nach Kreisen 2019 und 2025


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