VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im September 2022 in Hessen

Pollert: „Abschlagfreie Frührenten sind Brandbeschleuniger für den Fachkräftemangel – deshalb sofort stoppen!“

Aktualisiert am: 13.03.2024 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September um rund 4.800 auf rund 171.000 gesunken. Einschließlich der nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen werden in Hessen rund 120.000 Arbeitskräfte gesucht. 
 
„Zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs muss die abschlagfreie Frührente mit 65 und früher jetzt endlich abgeschafft werden. Bundesweit sind dem Arbeitsmarkt hierdurch in den letzten 10 Jahren bereits über 2,5 Millionen erfahrene Fachkräfte verloren gegangen. Und mit den verbesserten Hinzuverdienstmöglichkeiten für vorzeitige Renten, wie sie die Bundesregierung jüngst vorschlägt, drohen noch mehr Ältere aus dem Arbeitsmarkt gelockt zu werden. Dabei ist bereits heute jeder zweite Betrieb vom Fach- und Arbeitskräftemangel betroffen. Die abschlagfreien Frührenten wirken auf dem Arbeitsmarkt wie ein Brandbeschleuniger auf die demografisch ohnehin schon dramatische Lage und müssen dringend abgeschafft werden“, appellierte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, an Landes- und Bundespolitik.
 
Die Erfahrung zeige, dass die Umstellung auf die Rente mit 67 funktioniere, weil immer mehr ältere Menschen länger arbeiten können und wollen: „In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren hessenweit vervierfacht. Dies verdanken wir nicht nur verbesserter Gesundheit und einem funktionierenden Arbeitsschutz, sondern auch neuen und flexiblen Formen der Arbeit. Daran muss sich auch die Lebensarbeitszeit orientieren, die ab 2031 flexibel an die steigende Lebenserwartung angepasst werden sollte. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist dies nicht nur arbeitsmarktpolitisch notwendig, sondern auch ein Gebot der Gerechtigkeit, damit die demografischen Lasten nicht einseitig den jüngeren Generationen aufgebürdet werden“, so der VhU-Hauptgeschäftsführer. 
 
Als „grundsätzlich richtig“ bezeichnete Pollert die Pläne der Bundesregierung, Hinzuverdienstmöglichkeiten für vorgezogene Renten deutlich auszuweiten: „Verbesserte Hinzuverdienstmöglichkeiten sind wichtig, weil wir über jede Arbeitskraft froh sind, die trotz vorgezogener Rente weiter im Erwerbsleben bleibt. Klar muss aber auch sein: die verbesserten Hinzuverdienstmöglichkeiten können die falsche Frühverrentungspolitik nur teilweise korrigieren, denn viele vorzeitige Rentner sind für den Arbeitsmarkt unweigerlich verloren. Die Bundesregierung sollte daher nicht auf halbem Weg stehen bleiben und konsequenterweise mit den abschlagfreien Frührenten das eigentliche Übel der Fachkräfteflucht beseitigen“, so Pollert abschließend.

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