INSM-Bildungsmonitor 2026

Hessen bleibt im oberen Mittelfeld. Bildungschancenpaket geht in die richtige Richtung, digitale Bildung braucht jetzt konsequente Umsetzung.



14.09.2026 2 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. Der heute veröffentlichte INSM-Bildungsmonitor 2026 sieht Hessen auf Rang 7 der 16 Bundesländer und damit einen Platz schlechter als im Vorjahr. Hessen bleibt stark bei Integration, Ganztag und Betreuung, hat aber bei der Digitalisierung deutlichen Nachholbedarf. Mit dem Ende August vorgestellten Bildungschancenpaket setzt die Landesregierung nach Auffassung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) an dieser Schwäche an, vor allem mit dem verpflichtenden Fach „KI und Digitale Welt“.

VhU-Präsident Wolf Matthias Mang: „Hessen ist Integrationsmeister und stark im Ganztag. Bei der Digitalisierung liegen wir aber nur auf Platz 12. Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz müssen wir jedoch genau hier ansetzen, wenn wir Kindern die Teilhabe an der Gesellschaft, ein selbstbestimmtes Leben und eine Chance auf eine berufliche Perspektive ermöglichen wollen. Das Bildungschancenpaket ist ein richtiger Kurswechsel. Jetzt kommt es darauf an, die Chancen von Digitalisierung und KI konsequent zu nutzen und Hessen von einem der hinteren Ränge zum Vorreiter zu machen.“

Stärken: Integration, Ganztag, Betreuung. Problemfeld: Digitalisierung
Im Handlungsfeld Integration erreicht Hessen den Spitzenwert: Nur 12,6 Prozent der ausländischen Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss, der beste Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 20,0 Prozent). Auch beim Ganztag punktet Hessen mit Quoten jeweils deutlich über dem Bundesschnitt. Klassengrößen und Betreuungsrelationen gehören zu den besten in Deutschland. Kritisch bleibt Platz 12 im Handlungsfeld Digitalisierung. Zentrale Schwäche ist der bislang fehlende flächendeckende Informatikunterricht.

Damit Hessen von den hinteren Rängen in eine Vorreiterrolle wachsen kann, müssen aus Sicht der VhU genug MINT-Lehrkräfte gewonnen, Aus- und Fortbildung auf Digitalisierung und KI ausgerichtet und die Chancen datenbasierter Schulentwicklung konsequent genutzt werden. Positiv wertet die VhU, dass die Landesregierung ab dem Schuljahr 2027/2028 „KI und Digitale Welt“ als Pflichtfach in Klasse 5, ab 2028/2029 in Klasse 6 und ab 2029/2030 als stärker informatisch ausgerichtetes Pflichtangebot in höheren Jahrgängen einführt.

„Wichtig wird jedoch sein, gute und zeitgemäße Curricula für das neue Fach zu entwickeln und Lehrkräfte entsprechend aus- bzw. fortzubilden“, so VhU-Präsident Mang. Zugleich macht er das Angebot, die Erfahrungen von Arbeitgebern im Umgang mit KI und aus der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Prozess der Curriculum-Entwicklung einzubringen.

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