A44 - Bergshäuser Brücke

Schäfer: Verkehrsinfrastruktur schneller planen und genehmigen, unnötige Doppelstrukturen abbauen, Zuständigkeiten bündeln / Zilch: Für den Brücken-Neubau zählt jeder Tag

25.08.2026 3 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main.„Der Abschluss des Anhörungsverfahrens zur Bergshäuser Brücke macht einmal mehr deutlich, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich gestrafft werden müssen.“, sagte Christoph Schäfer, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), anlässlich der Übergabe des Planfeststellungsverfahrens durch das Regierungspräsidium Kassel an das Hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium. „So erfreulich der Fortschritt ist, zeigt sich genau hier, wie unpraktikabel Planfeststellungsverfahren in ihrer jetzigen Ausgestaltung sind.“

Das Regierungspräsidium Kassel hat in den vergangenen drei Jahren das Anhörungsverfahren durchgeführt, sich mit rund 700 Einwendungen und Stellungnahmen von Privatpersonen, Behörden, Kommunen, Verbänden und weiteren Trägern öffentlicher Belange auseinandergesetzt, an insgesamt vier Tagen Erörterungstermine durchgeführt und die Ergebnisse in einem Vorlagebericht zusammengefasst. Nun müssen sich die für den Planfeststellungsbeschluss zuständigen Mitarbeiter des Hessischen Wirtschaftsministeriums in die Akten einarbeiten, diese bewerten und dann den Planfeststellungsbeschluss anfertigen.

„Ein Projekt, zwei Behörden, doppelte Arbeit - das Ergebnis ist ein viel zu langes Verfahren“, so Schäfer weiter. „Wir bitten die hessischen Landtagsabgeordneten und die Landesregierung, diese unnötige Doppelstruktur zu beenden. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich schneller werden. Die Zuständigkeit für beide Verfahrensschritte sollte in ein und derselben Behörde gebündelt werden, statt zuerst die Anhörung von der einen Behörde durchführen zu lassen und anschließend den Planfeststellungsbeschluss in einer anderen Behörde zu fassen.“

„Die A44 bei Kassel mit der Bergshäuser Brücke ist ein enorm wichtiger Verkehrsknoten in Nordhessen, insbesondere für den Wirtschaftsstandort. Schon heute kommt die A44 bei Kassel an ihre Kapazitätsgrenze. Die prognostizierte Verkehrszunahme erfordert den Ausbau der Strecke, einschließlich der Brücke. Mit Blick auf die zu erwartende, zustandsbedingte Sperrung der bestehenden Brücke zählt jeder Tag, den das Planungs- und Genehmigungsverfahren eher abgeschlossen ist und der Bau der neuen Brücke endlich beginnen kann. Wir hoffen, dass nun das Planfeststellungsverfahren für die Bergshäuser Brücke zügig abgeschlossen wird“, sagte Coralie Zilch, Geschäftsführerin der regionalen VhU-Geschäftsstelle in Kassel.

Die bestehende Bergshäuser Brücke entlang der A44 bei Kassel soll nach den Plänen des Bundes durch einen südlich der heutigen Trasse gelegenen Neubau ersetzt werden. Nach Abschluss des Anhörungsverfahrens hat das Regierungspräsidium Kassel das Verfahren am 20. August 2026 an die Planfeststellungsbehörde im Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium übergeben. Der Planfeststellungsantrag wurde 2023 von der Vorhabenträgerin DEGES, Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, der Autobahn-Projektgesellschaft von Bund und mehreren Ländern, eingereicht.

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