Güterverkehr: Mehr Verlagerung klappt nur, wenn Angebote besser werden

Mehr Güter auf die Schiene. Im Masterplan Schienenverkehr hat der Bund das Ziel festgelegt, den Marktanteil der Schiene im Güterverkehr auf 25 Prozent bis 2030 zu steigern.

 

Aktualisiert am: 03.05.2024 2 Min. Lesezeit

Um was geht es?

Mehr Güter auf die Schiene

Alleinstellungsmerkmale und Systemvorteile hat die Schiene vor allem durch ihre Massenleistungsfähigkeit beim Transport von Schütt- und Flüssiggütern über lange Entfernungen. Hier kann das größte Schienensegment, der Ganzzugverkehr, seine Stärken ausspielen. Das hohe Sicherheitsniveau macht die Schiene zur ersten Wahl für Gefahrguttransporte.

Im Masterplan Schienenverkehr hat der Bund das Ziel festgelegt, den Marktanteil der Schiene im Güterverkehr auf 25 Prozent bis 2030 zu steigern. Das ist richtig, u.a. um die Straße zu entlasten, aber ambitioniert: In 2019 lag der Marktanteil leider nur bei 19 Prozent.

Von hoher Bedeutung ist die Schiene im kombinierten Verkehr. Gleisanschlüsse sind grundsätzlich in vielen Regionen, Industriegebieten und größeren Unternehmen verkehrspolitisch wünschenswert. Jedoch lassen sie sich aufgrund von geographischen, logistischen und ökonomischen Restriktionen in Deutschland oft nur schwer realisieren und wirtschaftlich betreiben. Zudem sind die Angebote des Schienengüterverkehrs aus Sicht der verladenden Industrie in Teilen noch nicht attraktiv genug.

Was braucht die Wirtschaft?

Attraktiven und flexiblen Güterverkehr auf der Schiene  

Die Angebote für den Transport von Gütern auf der Schiene müssen attraktiver, flexibler und günstiger werden. Damit mehr Unternehmen die Schiene nutzen – vor allem im kombinierten Verkehr – müssen Zeitverluste vermieden werden.

Was ist zu tun?

Kapazität und Qualität der Angebote des Schienengüterverkehrs steigern 

  • Digitaltechnik einsetzen
    Die Schraubenkupplung sollte europaweit durch die Digitale Automatische Kupplung abgelöst werden. Digitale Stellwerke müssen flächendeckend eingerichtet werden.
  • Digitale Schiene: Zeitplan einhalten
    Der Bund muss dafür sorgen, dass der flächendeckende Rollout der digitalen Schiene bis 2035 abgeschlossen ist.
  • Längere Züge ermöglichen
    Anlagen wie Güterbahnhöfe sollten so angepasst werden, dass Züge mit einer Mindestlänge von 740 m dort verkehren können. Perspektivisch muss die Infrastruktur auch Züge bis 1.500 m Länge abwickeln können.
  • Einzelwagenverkehr stärken
    Rangier- und Knotenbahnhöfe sollten für alle Eisenbahnunternehmen zugänglich sein, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Bei der Nutzung von Rangieranlagen sollten nur die Kosten berechnet werde, die tatsächlich anfallen

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