VhU-Verkehrsforum zum Luftverkehrsstandort

Strukturelle Entlastungen und faire Wettbewerbsbedingungen für einen starken Luftverkehrsstandort

31.08.2026 3 Min. Lesezeit

Frankfurt am Main. „Der Luftverkehr in Deutschland hat nach wie vor mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Geopolitische Verwerfungen zwingen zu weiten Umwegen bei den Flugrouten, kosten Zeit und treiben die Treibstoffkosten. Die anhaltend hohen Belastungen im Namen des Klima- und Verbraucherschutzes bremsen den Luftverkehr ebenso aus wie zu hohe Gebühren für Aufgaben, die eigentlich beim Staat liegen – etwa in der Terrorabwehr. Die Summe dieser äußeren Umstände erschwert es der deutschen Luftverkehrswirtschaft, sich im harten internationalen Wettbewerb zu behaupten. Das schadet nicht nur dem Drehkreuz Frankfurt, sondern dem ganzen Wirtschaftsstandort Hessen. Denn die hessische Wirtschaft ist auf ein funktionierendes und wettbewerbsfähiges Tor zur Welt angewiesen“, sagte Christine van den Berg, stellvertretende Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses und Geschäftsbereichsleiterin Global Supply Chain bei der Rittal GmbH & Co. KG, beim Verkehrsforum zum Luftverkehrsstandort Hessen im Hangar One, dem neuen Lufthansa Conference Center am Frankfurter Flughafen.

„Das Drehkreuz Frankfurt ist Dreh- und Angelpunkt unserer weltweit vernetzten Wirtschaft. Dank der zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet, der guten Konnektivität, des breiten Angebots an Passagierflügen sowie der hervorragenden Cargo-Dienstleistungen ist der Frankfurter Flughafen ein echter Erfolgsfaktor für hessische Unternehmen. Wir, die verladende Industrie, das Banken- und Finanzwesen, der Dienstleistungssektor, die Logistikbranche, Chemie- und Pharmaunternehmen sowie der Tourismus, brauchen einen starken und zukunftsfähigen Luftverkehrsstandort Frankfurt. Nur dann kann der Wohlstand in der gesamten Region gehalten werden.“

Dr. Michael Niggemann, Vorstandsmitglied der Deutsche Lufthansa AG, sagte: „Frankfurt ist das größte Drehkreuz der Lufthansa Group und einer der bedeutendsten Luftverkehrs- und Logistikstandorte Europas. Mehr als 200 stationierte Flugzeuge, die über 200 Ziele weltweit anfliegen, sind Konnektivitätsgarant für Hessen und Deutschland – für Reisende ebenso wie für die exportorientierte Wirtschaft. Viel zu hohe Steuern und Gebühren sowie einseitige Belastungen durch die EU-Klimapolitik treffen vor allem die heimischen Hubs zugunsten der außereuropäischen Konkurrenz. Wer Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Konnektivität in Deutschland sichern will, muss deshalb für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen. Dafür braucht es weiterhin die starke Stimme Hessens in Berlin und Brüssel.“

Peter Gerber, Vorsitzender der Geschäftsführung der Condor Flugdienst GmbH, sagte: „Deutschland darf beim Luftverkehr nicht weiter den Anschluss verlieren. Die Rücknahme der letzten Erhöhung der Luftverkehrsteuer war ein wichtiges erstes Signal, jetzt müssen weitere Schritte rasch folgen. Condor ist bereit, zu investieren, nachhaltig zu wachsen und mehr Flugzeuge und Verbindungen nach Deutschland zu bringen. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Standortbedingungen, fairen Wettbewerb und strukturelle Entlastungen bei Luftverkehrsteuer, Luftsicherheit und Flugsicherung. Denn mehr Wettbewerb bringt mehr Konnektivität, mehr Auswahl und mehr Wertschöpfung nach Deutschland.“

Dietmar Focke, Vorstandsmitglied der Fraport AG, sagte: „Inmitten wirtschaftlich schwieriger Zeiten setzen wir Standards mit Milliarden-Investitionen ins Terminal 3 und die fortlaufende Modernisierung unseres Bestandes. Wir wollen den Standort gemeinsam mit den Airlines wieder auf Wachstumskurs bringen. Dafür brauchen wir den engen Schulterschluss mit der Politik und weitere Entlastungen für den Luftverkehr.“

Nach einem Grußwort von Benedikt Kuhn (CDU), Chef der Staatskanzlei in Hessen, diskutierten die Vertreter von Lufthansa, Condor und Fraport mit Verkehrspolitikern aus Land und Bund: Tarek Al-Wazir MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag und Björn Simon MdB (CDU), verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Marius Weiß MdL (SPD), flughafenpolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag.

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