30. Hessischer Unternehmertag „Globalisierung neu gestalten!“

In der Mitte Europas: Hessen und die hessischen Unter­nehmen brauchen mehr und klügere Globalisierung!

Wiesbaden. Wie können weltweit tätige hessische Unter­nehmen ihre Globalisierung weiterentwickeln? Wie kann und muss die Politik dabei helfen? Das waren die leitenden Fragen auf dem 30. Hessischen Unternehmertag (HUT) mit rd. 1.000 Gästen im Kurhaus in Wiesbaden. Auf dem Spitzentreffen der hessischen Wirtschaft sprachen Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Ministerpräsident Boris Rhein und Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Holding GmbH, Hanau. „Europa, Deutschland und Hessen müssen strategisch weiter auf Freihandel und offene Märkte setzen. Wir brauchen bessere und klügere Globalisierung, um unser Wachstum und unseren Wohlstand in einer stark veränderten Welt immer neu zu erarbeiten. Wir müssen die Basis unserer Partnerländer verbreitern, einseitige Abhängigkeiten zügig verringern und stärker unsere Liefer- und Absatzmärkte diversifizieren“, waren sich die Teilnehmer einig. 

Zum 22. Mal wurden die Sieger des Unter­nehmenswettbewerbs „Hessen-Champions“ mit dem Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen geehrt - im Beisein von Tarek Al-Wazir für den Initiator Wirtschaftsministerium. 

Bessere Globalisierung, nicht weniger!

Zum Auftakt betonte Unternehmerpräsident Mang: „Als weltweit tätige Unternehmer wissen wir genau: Abhängigkeiten von einzelnen Ländern machen uns erpressbar. Durch weitere Freihandelsabkommen oder strategische Partnerschaften können wir den wirtschaftlichen Austausch verbreitern und nachhaltig stärken. Wenn wir Wachstum und Wohlstand für uns, unsere Kinder und Kindeskindern und für möglichst viele Menschen auf dieser Welt wollen, wird uns dies nicht durch eine Rückverlagerung von Produktion nach Deutschland gelingen. Im Gegenteil: Notwendig ist eine weitere internationale Verbreiterung sowohl im Hinblick auf Liefer- als auch auf Absatzmärkte. Wir brauchen mehr und bessere Globalisierung, nicht weniger. Es gibt ja nicht nur China, Russland und die USA, sondern viele weitere interessante Länder in Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika. Globalisierung neu gestalten heißt, hier wieder kreativer zu werden.“ Aber aktuell laufe leider etwas sehr falsch in der öffentlichen Diskussion: „De-Growth“, „De-Globalisierung“ und „De-Industrialisierung“ seien die Schlussfolgerungen einer schlecht informierten Minderheit, der entschieden widersprochen werden muss. Diese Rolle rückwärts löse nicht nur für uns keine Probleme, sondern sei unter einem globalen Blick geradezu menschenverachtend. „Die Weltbevölkerung wird noch lange stark anwachsen. Milliarden Menschen leben immer noch in bitterer Armut. Mit welchem Recht kommen wir Ländern mit Ausstiegs- und Verzichtsappellen, in denen bitterer Mangel die Regel und ein harter Kampf ums ökonomische Überleben alltäglich ist?“, so Mang abschließend.

Für ein starkes Europa mit internationalen Handelsbeziehungen 

In seiner Keynote betonte Ministerpräsident Boris Rhein, MdL: „Mit seiner Lage im Herzen Europas gehört Hessen zu den wirtschaftsstärksten Ländern der EU. Um unseren Wohlstand und unser Wachstum für die Zukunft zu sichern, werden wir uns auch künftig für ein starkes Europa mit internationalen Handelsbeziehungen einsetzen. Es geht aber auch darum, die Chancen der Energiewende im Zuge des Klimawandels, der Demographie und der Digitalisierung frühzeitig zu nutzen. Wir wollen Zuversicht für ein modernes Hessen von morgen schaffen und investieren in die Trends der Zukunft. Damit sorgen wir für die richtigen Rahmenbedingungen am Wirtschafts­standort Hessen und tragen dazu bei, dass die wirtschaftlichen Prozesse in den kommenden Jahren zunehmend klimaneutraler, digitalisierter und ressourcenschonender werden.“

Risiken, aber auch Chancen

"Globalisierung ändert sich. Das bedeutet für viele Unter­nehmen Risiken, bietet aber auch enorme Chancen. Wertschöpfungsketten werden aufgebrochen und neu zusammengestellt. Unseren Wohlstand und unsere Werte werden wir nur aus einer Positionder Stärke entwickeln können. Dazu brauchen wir ein starkes Europa und ein reformiertes Deutschland.“, sagte Jan Rinnert Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe.

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse